Magazin

TIERBEFREIUNG 113

Immer wieder ist in der Tierbefreiung, dem Magazin und der Bewegung insgesamt, die Rede von Speziesismus. Einen Tag des Antispeziesismus soll es geben und immer wieder mal gibt es Demonstrationsaufrufe, die den Fokus auf dieses Thema legen wollen. Auch liberalere Tierrechts-/Tierschutzgruppen greifen den Begriff auf, es gibt sogar (hoch problematische) Filme darüber, die besser niemand schauen sollte. Ein jahrzehntealtes Thema, das zentral ist, für den Kampf zur Befreiung nichtmenschlicher Tiere. Drum widmen wir ihm eine Ausgabe des Magazins, um Begriffsklärung zu leisten und verschiedene Gesellschaftsanalysen durch die Brille des (Anti-)Speziesismus zu ermöglichen.

 

Editorial

Liebe Lesende,

es jährt sich die übliche Winter-Weihnachts-Tradition, anlässlich derer ich zur Reflexion einladen möchte. Denn es scheint mir, als hätten wir kollektiv beschlossen, gegen Ende des Jahres mal alle Fünfe gerade sein zu lassen — und ich kann mich nicht erinnern gefragt worden zu sein. Zumindest wirkt es auf mich als durchdränge die Weihnachts-Hype-Kultur alles und jede*n.
Zu kaum einer Gelegenheit wird die Intersektion einiger der unangenehmsten menschlichen Erfindungen am sichtbarsten: Kapitalismus, Religion, Traditionalismus, Drogenexzesse und natürlich Speziesismus. Die Konsequenzen für die Ausbreitung des Virus durch geöffnete Winter- oder Weihnachtsmärkte noch gar nicht mitberücksichtigt.

Auch zu dieser Jahreszeit halte aber ich einen kritischen Umgang mit Sitten und Gebräuchen für wichtig. Nicht nur über die offensichtlichen Probleme wie etwa „Bratwurst“-Stände, Holzpferd-Karusselle oder Konsum (ob Alkohol oder sonstige Waren). Sondern auch grundlegendere Fragen wie: Warum machen wir das ganze drumherum eigentlich? Wessen kulturelle Werte, die letztlich politische Interessen sind, profitieren davon?

Weiter will ich das ganze an dieser Stelle nicht entwickeln, doch ich stelle noch die — etwas rhetorische — Frage in den Raum: Wo bleibt eigentlich der angebliche „War-On-Christmas,“ den die absurdesten Vertreter*innen der Rechten immer wieder erfieberträumen? Eine Auseinandersetzung, auch eine die nicht nur in Echokammern der radikalen Linken stattfindet, würde vielleicht doch ganz gut die ideologischen Krusten offenlegen.

Alles ist politisch!
Alan Schwarz

 

Aus dem Titelthema:

  • Speziesismus: Übersicht und Begriffsklärung
  • Interview mit Richard D. Ryder, dem Erfinder des Begriffes „Speziesismus“
  • Speziesismus in der Sprache – eine Annäherung
  • Luft nach Oben: Internalisierte Diskriminierung erkennen und abbauen
  • Vegan – Speziesismus in aller Munde
  • Der Zirkus: Rassismus – Sexismus – Speziesismus

Aus dem Inhalt:

  • Übersicht über Pelzfarmverbote und existierende Pelzfarmen
  • Der „Arche-Noah-Zoo“ Braunschweig
  • LPT stellt Tierversuche ein
  • Schweinehaltung: Die Hälfte der Betriebe plant den Ausstieg
  • Das Fukushima für alle Megaställe – Interview mit dem Aktionskreises Alt-Tellin
  • Camp und Massenaktion bei PHW-Wiesenhof
  • Tear Down Toennies: Fahrraddemo und Spendenkampagne
  • Veranstaltungsreihe „Revolutionäre Realpolitik”: Die Praktiken der Tierbewegung
  • u.v.m.

TIERBEFREIUNG – das aktuelle Tierrechtsmagazin

Das Magazin des Vereins erscheint vier Mal jährlich und versteht sich vordergründig als Bewegungs- und nicht als Vereinsmedium. Themen sind Tierausbeutung, Proteste und Aktivismus, Diskussion und Vorstellung von Strategien und Profil der Bewegung, Buchbesprechungen, Kultur, Theorie, aktuelle Nachrichten, Ankündigungen und Berichte von Events und andere Themen.

Das Magazin vereint redaktionell verfasste Artikel und Einsendungen von anderen Aktiven und Gruppen und versteht sich daher auch als Forum. Du kannst das Magazin mit einem Abonnement unterstützen.