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Solidarität mit den Arbeitenden!

Geschäftsmodell: Lebensverachtung!
Tönnies steht mit seinem Namen wie kein zweiter für Skandale am Schlachtfließband. Egal ob er während Corona Armin Laschet bestach um Sicherheitsbestimmungen zu umgehen oder ob die Arbeitenden in schimmelnden 10-Bett-Zimmern zu Wuchermieten untergebracht waren. Die Sat.1 Doku ‚Inside Tönnies‘ deckte die katastrophalen Bedingungen auf und machte sie der breiten Masse zugänglich.
Der Anheuerungsprozess ist oft dubios. Angelockt werden die Arbeitenden, die oft aus dem osteuropäischen Raum kommen, mit Angeboten bei Facebook. Geworben wird mit guten Löhnen, angenehmen Unterkünften, Absicherung im Krankheitsfall, Lohnsicherheit. Doch die Realität sieht erschreckend anders aus: Die Arbeitenden verschulden sich schon bevor sie hier ankommen für die Reise, Mietkaution für Zimmer oder Wohnung, die über Tönnies eigene Immobilienfirma ONE angemietet wird. Jedes bisschen Lohnerhöhung holt Tönnies über seine Wuchermieten wieder rein. Die Unterkünfte sind eine Schande. Kein funktionierendes Internet, extreme Enge und kaum Privatsphäre. Über Ausgaben wie GEZ wird nicht unterrichtet und so verschulden sich die Menschen beim Staat.
Überstunden sind die Regel, keine Ausnahme. So stehen die Arbeitenden teils 16 Stunden, 6 Tage die Woche am Fließband und den Zerlegemaschinen. Körperliche Schwerstarbeit, die zudem emotional stark belastend ist. Den Lohn verrechnet Tönnies sehr krumm, darauf bauend, dass viele die Lohnzettel weder lesen noch verstehen können.
Verstehen die Mitarbeitenden etwas nicht oder fallen krankheitsbedingt aus folgt sofort die rechtswidrige Kündigung, Tönnies behält die ausstehenden Löhne und die Kaution ein. Die eh schon verschuldeten Menschen stranden also in Deutschland in einer aussichtslosen Situation – kein Geld für die Rückreise, keine Chancen mit gepfändetem Konto hier eine eigene Wohnung, Bankkonto, Handyvertrag, Krankenversicherung zu bekommen.
Offiziell wurde die Zusammenarbeit mit MGM, einem Subunternehmer der „humanes Kapital“ aus Rumänien nach Deutschland bringt, beendet. Inoffiziell bestehen diese mafiösen Ausbeutungsstrukturen allerdings weiter. Immer mit der Kündigungsdrohung: wer mit der Presse spricht? Wird gefeuert! Wer den Schichtplan nicht versteht und zu spät erscheint? Wird gefeuert! Wer krank ist und nicht arbeiten kann? Wird gefeuert!

Noch unzumutbarer sind die Zustände für Frauen in Tönnies Betrieben. Sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz, teils vor laufender Kamera, kommen zum Elend noch hinzu.

Tönnies dicht machen. Solidarisch mit den Mitarbeitenden: Menschen und Tiere sind kein Kapital.

Auf die Straße gegen Tönnies am 13. September in Weißenfels!