Eine Bratwurst mit Aussicht auf Pekaris, ein Schnitzel mit dem Blick auf Lamas, Chicken Nuggets vor den Vogel-Volièren oder darfs ein Backfisch in direkter Nähe zum Aquarium sein? So sieht Tierliebe im Leipziger Zoo aus. Während die einen zur Belustigung der Besuchenden gefangen gehalten werden, werden die anderen auf Tellern serviert.
Zoologische Gärten stehen paradigmatisch für das in unserer Gesellschaft dominierende Verhältnis zu Natur und nichtmenschlichen Tieren. Der hierarchische Blick auf andere Tiere und Natur wird hier insbesondere mit Kindern eingeübt. So erfüllt der Zoo also durchaus einen Bildungsauftrag im Sinne der herrschenden speziesistischen Ideologie. Gelernt werden soll, dass es normal ist, andere Tiere einzusperren, zu züchten, zu töten, zu essen.
Schon bevor die ersten Tiere aus ihren Habitaten entführt und im Leiziger Zoo zur Schau gestellt wurden, betrieb der Zoo-Gründer Ernst Pinkert in den Räumlichkeiten des Pfaffendorfer Hofs schon ein Restaurant, das mit Sicherheit kein veganes war. Und auch heute wird im Leipziger Zoo und seinen Restaurants und Imbissen, die binäre Ideologie, die in Mensch/Tier, Natur/Kultur, Mann/Frau, weiß/nichtweiß einteilt, im seichten Freitzeitmodus und kolonial anmutender Ästhetik zementiert. So etwa in der „Kiwara-Lodge“, oder auch bei den Zoo-Barbecue-Veranstaltungen. Bei „Schweinehacksteak“ und „Erdnuss-Hähnchen“ verschränken sich die Normalisierung eines herrschaftsförmigen Blicks auf und das Essen von Tierkörpern. Die vorgeschobene Sorge um andere, vom Aussterben bedrohte, Spezies ist dabei an Zynismus kaum zu überbieten. Denn durch die hier reproduzierten Denkweisen und Praxen, wird schließlich die Zerstörung der Habitate dieser bedrohten Tiere legitimiert.
Tiere essen inmitten eingesperrter Tiere?
Damit muss Schluss sein!
Kommt zu unserem Protest am 20. Juli, 12 Uhr vor dem Zoo Leipzig!
End Zoo! Stop Eating Animals! Until All Are Free!
