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Queerfeministischer Kampftag – antispeziezistisch, anarchistisch, intersektional!

Natürlich ist jeder Tag im Patriarchat ein Kampftag gegen das bestehende Herrschaftssystem. Doch heute strömen wir überall solidarisch, geschlossen für die Rechte von FLINTA auf der ganzen Welt auf die Straßen und holen sie uns zurück. 

Im Durchschnitt stirbt jeden dritten Tag eine FLINTA durch die Hand ihres (Ex)Partners in Deutschland. Nur jede zehnte Vergewaltigung wird angezeigt und davon führt wiederum nur jede zehnte Anzeige zur Verurteilung. Abtreibung ist immer noch nicht legalisiert und die Genderpaygap liegt bei 22%. Die Gender Health Gap – systematische geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung – bedroht unsere Gesundheit.  Diskriminierung ist allgegenwärtig. Im Alltag draußen, Zuhause und im Internet.  

Das politische Klima wird immer rauer, gegen queere Menschen wird allerorts gehetzt. Die Gewaltspirale nimmt an Fahrt auf. In den Medien erfahren wir von sexualisierter Gewalt – aber nicht um sexualisierte Gewalt zu problematisieren, den Betroffenen zu helfen und Lösungen zu finden, sondern um Hass und Hetze zu betreiben gegen die vermeintlichen Identitäten der Täter.  

Frauen und Kinder sterben 14 mal häufiger bei Naturkatastrophen. Fliehen bedeutet immer einen Kampf ums Überleben – FLINTA sind hier zusätzlich gefährdet durch sexualisierte Gewalt und andere Formen der Erniedrigung und Ausbeutung. In Kriegen ist sexualisierte Gewalt ein Kriegsmittel, um die Moral der Menschen zu brechen. FLINTA sind im Ausnahmezustand also den dominierenden Herrschaftsverhältnissen schutzlos ausgeliefert.

Mehrfach marginalisierte Menschen trifft die Gewalt wie immer am schlimmsten. FLINTA mit Behinderung erfahren im Durchschnitt 2-3 mal mehr sexualisierte Gewalt. Für Bi_PoC und FLINTA überlagern sich Sexismus, Rassismus und Queerfeindichkeit. Oft mit verheerenden Folgen. 

Die Objektifizierung und Abwertung von Körpern, die nicht cis männlich, weiß und abled sind, geschieht entlang binärer Denkmuster wie Mann/Frau, Geist/Körper, weiß/nicht-weiß, Kultur/Natur oder auch Mensch/Tier. So werden Menschengruppen rhetorisch abgewertet oder ihnen die Menschlichkeit abgesprochen, indem sie mit Tieren verglichen oder gleichgesetzt werden. Diese Strategie funktioniert, da „das Tier“ vor allem in der westlichen, kolonialen Denktradition schon als das ganz Andere und Minderwertige gilt und tierliche Körper ganz selbstverständlich der Ausbeutung Preis gegeben sind. Die Schwarze Feministin Aph Ko beschreibt es so:      

„In all of these oppressions, some are considered not-quite-human as they do not match up to the colonial invention of the ideal human (being white, male, abled)“

Speziezismus und Sexismus sind miteinander verwoben. Der Speziesismus und das Paradigma der Naturbeherrschung sind Grundfesten des Patriarchats und gehen mit Kapitalismus und Neokolonialismus Hand in Hand. Die Wurzeln dieser Herrschaft können wir nur mit intersektionalen, multidimensionalen Ansätzen bekämpfen. 

Für die Befreiung aller Körper! Für eine radikal vielfältige, queerfeministische und multispeziesgerechte Gesellschaft!  

Take back the streets! Take down patriarchy!