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Nieder mit der Arbeit!

Der Haymarket Riot in Chicago, der mit dem 1. Mai 1886 begann, fand noch vor dem Hintergrund der Erkämpfung des 8 Stunden Arbeitstages statt. Mit brutaler Gewalt und unzähligen Toten durch Polizeischüsse in die Menschenmenge wurde er am 3. Mai blutig beendet. Zusammen mit allen emanzipatorischen Errungenschaften wollen heute radikalisierte Konservative und offen Rechtsradikale von Merz bis Milei wieder jegliche Einschränkung der Arbeitszeit aufheben. Konnten die Arbeiter*innen Ende des 19. Jahrhunderts – zumindest in den kapitalistischen Zentren des globalen Nordens – noch innerhalb der kapitalistischen Verwertung Fortschritte und eine habwegs erklegliche Teilhabe erkämpfen, ist dies heute nicht mehr möglich.

Arbeiten bedeutet im Kapitalismus, dass Reiche immer reicher und Mittelstand und Arme immer ärmer werden. Längst könnten Maschinen die schweren Arbeiten übernehmen – doch nicht das gute Leben für alle, sondern allein die Profitmaximierung und Anhäufung immer absurderer Geldsummen bei einigen wenigen stehen im Zentrum jeden Wirtschaftens. Durch rassistische und sozialdarwinistische Ideologien werden die Menschen gegeneinander ausgespielt, anstatt sich zusammen zu schließen, um gegen die Zerstörung alles Sozialen zu kämpfen.

Wenn wir auch in Zukunft noch ein Leben haben wollen, müssen wir uns von den Formen des warenproduzierenden Patriarchats selbst, also von Arbeit, Geld, Markt, Staat und Nation  befreien! Arbeit ist schließlich keine überhistorische, ontologische Menschheitsbedingung, sondern die Grundlage der Kapitalverwertung und damit der Kern der Zerstörung allen Lebens auf diesem Planeten. 

Längst hat der Wachstumsgrößenwahn den Planeten an seine Grenzen gebracht. Es gibt keine unendlichen Ressourcen auf einem endlichen Planeten. Dennoch wird jedes Jahr auf mehr Umsatz, mehr Produktion und mehr Zerstörung gesetzt um das kaputte System zu erhalten. Fluten, Dürren, Stürme sind die Folge. 

Neokolonialismus und  Kapitalismus gehen Hand in Hand und so ist es wenig verwunderlich, dass die Leidtragenden der Ausbeutung vor allem im globalen Süden leben. Landraub, Verfolgung und Naturzerstörung im Namen des wirtschaftlichen Wachstums im globalen Norden. 

Auch nichtmenschliche Tiere trifft der Verwertungszwang und die Zerstörung besonders hart. Das 6. große Artensterben hat begonnen und reißt unzählige Tiere mit in den Abgrund. Also insbesondere auch für nichtmenschliche Tiere, muss es heißen: befreien wir sie aus den Tierfabriken, Laboren und Zoos, verteidigen ihre Habitate und geben ihnen Raum zurück!

Der Spät-Kapitalismus kann nur noch in eine Richtung: Autoritarismus und Faschismus. Wir können also der Faschisierung allerorts nur entschieden entgegentreten, wenn wir deren Grundlagen benennen, gemeinsam bekämpfen und wirklich Schluss machen mit Konkurrenzvergesellschtung, Staat, Nation, Markt und Arbeit.
Wenn wir uns solidarisch zusammenschließen und entlang unserer Bedrüfnisse die Produktion der nötigen Güter selbst organisieren, brauchen wir dafür nur einen Bruchteil der heutigen Arbeitszeit. Wir haben also das schönen Leben zu gewinnen und würden dabei ganz selbstverständlich auch dem ökologischen Kollaps entgegenwirken.

Deshalb: Nieder mit der Arbeit! Für ein solidarisches selbstbestimmtes, schönes Leben!