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Ostern – Fest des Frühlingserwachens und des Lebens?

Wie alles begann: Frühling. Die Tage werden länger, heller und wärmer, die Knospen sprießen, die Vögel beginnen zu zwitschern. Bevor die katholische Kirche kam und sich diverse Feste aneignete, feierten die Menschen zur Tagundnachtgleiche das wiederaufblühende Leben. 
Auch der Osterhase steht für Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Eigentlich sollte Ostern also ein Fest sein, um das Leben zu feiern. Doch wofür steht Ostern heute tatsächlich?

Ostereier und Schokohasen werden von strahlenden Kindern gesammelt. Doch der Ursprung dieser Waren ist leider weniger erfreulich: Für die Eier, wurden Hühner gequält, Für die Milch in der Schokolade wurden Kühe und Kälber grausam auseinandergerissen und der Kakao wurde von Kinderhand geerntet im globalen Süden. So setzen sich auch hier koloniale Ausbeutungsstrukturen fort. Kinderarbeit, Ressourcenausbeutung und Landraub – niedlich in Häschenform gegossen und in Alufolie gewickelt. 

Nach dem fröhlichen Ostereiersuchen kommt dann auch noch ein Stück totes Lamm, Hase, Fisch oder Schwein auf den Tisch. Gerade Tierkinder wie Lämmer, die noch ihr ganzen Leben vor sich haben zu essen ist schon ein sehr bitterer Zynismus bei einem Fest das vorgibt für das Leben zu stehen. 

Im Jahr 2023 wurden allein in Deutschland etwa 902.585 Schafe und Lämmer geschlachtet.Mit den abertausend geschlachteten Lämmern, Kaninchen und Fischen und dem Elend der Ausbeutung von Hühnern steht das Fest also in Wahrheit für grausames Schlachten, Ausbeutung und Aneignung. Es ist somit vielmehr ein Fest des Todes, nicht des Lebens. 

Patriarchale Religionen wie das Christentum sind darauf ausgelegt Natur, Tier und Mensch zu beherrschen. Drakonische Strafen, Demütigung und bedingungslose Gehorsamkeit sind die Pfeiler der Lehre. Die Geschichte der Verbreitung des Christentums ist grausam. Blutige Kreuzzüge und Missionierungen haben das Christentum erst so groß werden lassen wie es heute ist. Kolonialismus, Patriarchat, Kapitalismus und Christentum gehen Hand in Hand. 

Seit 2000 Jahren dient die Bibel als Legitimation von Ausbeutunsverhältnissen. Im Namen der Religion wird gegen gegen Fortschritt und Emanzipation gekämpft, wie wir etwa gerade in den USA zu sehen. Hier bilden konservative Kreationist*innen und White-Supremacits eine bedrohliche Allianz gegen alle Errungenschaften sozialer Emanzipationskämpfe.

Wer lieb gewonnene Ostertraditionen dennoch nicht missen möchte und den Ankunft des Frühlings feiern will: es gibt tierleidfreie schöner Alternativen. Der eigenen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Wer Inspiration sucht: 

Statt Eiern können Kartoffeln oder Bohnen bemalt, versteckt und aufgehangen werden. Statt totes Tier kann Saitanbraten serviert werden. Und auch Gebackenes kommt wunderbar ohne Tierleid aus. Statt dem Tod kann so wirklich das Leben gefeiert werden – das Leben aller Lebewesen! 

Ob zu Ostern oder an jedem anderen Tag gilt: Tiere gehören nicht auf den Teller. Lämmer leben Lassen!