Aufruf zur Solidarität – Berufungsverhandlung wegen Schlachtfabrik-Blockade

Aufruf zur Solidarität – Berufungsverhandlung wegen Schlachtfabrik-Blockade

Wir möchten euch gern auf eine wichtige Berufsverhandlung hinweisen und leiten folgenden Aufruf von der Kampagne gegen Tierfabriken weiter:

14. Mai 2017, 09.00 Uhr
Landgericht Verden
Johanniswall 6

Hintergrund:
Am 14ten Mai findet vor dem Landgericht Verden ein Prozess gegen einen Umwelt- und Tierbefreiungsaktivisten statt. Ihm wird vorgeworfen sich im Juli 2016 an einer Blockade der Wiesenhofschlachtfabrik in Holte beteiligt zu haben, indem er auf das Dach eines LKW der Schlachtfabrik geklettert und so den Transport behindert haben soll.
Im Juli 2017 wurde der nicht-vorbestrafte Beschuldigte bereits vor dem Amtsgericht Nienburg zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, was für eine solche Aktion eine extrem ungewöhnlich hohes Urteil ist. Der Angeklagte und sein Verteidiger forderten einen Freispruch – die Vertreterin der Staatsanwaltschaft eine viel geringere Strafe. Beide Parteien legten daher gegen das harte Urteil des Richters Berufung ein, sodass jetzt vor dem nächsthöheren Gericht erneut verhandelt werden muss. Bekannt wurden das Urteil und sein Verfasser jedoch nicht nur wegen der Höhe, sondern auch wegen einem unsäglichen Vergleich.
Amtsrichter Jan-Hauke Förtsch begründete das enorm hohe Urteil mit dem Vorwurf, dass der Angeklagte „in der Unrechtstradition politischer Straßenkämpfer wie der SA“ gestanden habe, „derer Methoden er sich im Kern bedient hat“. Das Förtsch einen Genossen der Teil einer Bewegung ist, die in der Tradition eines antikapitalistischen sowie antifaschistischen Widerstandes steht, mit der Barbarei der SA vergleicht ist an Zynismus kaum zu übertreffen. Es war die SA die, neben anderen faschistischen Organisationen, die Verfolgung und Ermordung von vielen Millionen Menschen zu verantworten hat.
Dieser Vergleich lässt nur folgende Schlussfolgerungen zu, entweder hat Förtsch ein schlechtes Geschichtswissen sondergleichen oder er verharmlost die Taten der SA bewusst und spuckt ihren Opfern und deren Angehörigen direkt ins Gesicht. Um den Angeklagten und andere Aktivist*innen die wegen einer ähnlichen Aktion vor Gericht standen zu unterstützen und zu zeigen, dass sie eine starke soziale Bewegung an ihrer Seite haben, rief die „Kampagne gegen Tierfabriken“ vom 24. Februar bis zum 3. März zu einer Solidaritäts- und Aktionswoche gegen Wiesenhof auf.
Wir erklären uns weiterhin solidarisch mit den Aktivisten und rufen zur Prozessbeteiligung auf!

Weitere Info findet ihr hier:
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info
https://www.facebook.com/KampagneGegenTierfabriken/